Wasserfall Klärwerk Ratekau

Studie zum Klimaschutzpotenzial der Kläranlage Ratekau

von

© Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und Nationale Klimaschutz Initiative

Kurzvorstellung Kläranalge Ratekau:

Die Kläranlage Ratekau ist eine mechanisch-biologische Abwasserreinigungsanlage mit weitgehender Nährstoffelimination mit dem Belebtschlammverfahren und einer getrennten anaeroben Klärschlammstabilisierung. Die Kläranlage wurde 1979 errichtet und in mehreren Stufen auf die heutige Ausbaugröße von 80.000 Einwohnergleichwerte erweitert. Die mittlere Belastung der Kläranlage beträgt etwa 50.300 EW bezogen auf die BSB-Zulauffracht. In der Kläranlage wird überwiegend kommunales Abwasser behandelt, das überwiegend im Trennsystem erfasst und der Kläranlage zugeleitet wird.
Besonderheiten der Kläranlage sind die Mitbehandlung des in der Kläranlage Timmendorfer Strand mechanisch vorbehandelten Abwassers sowie des Überschussschlamms der Kläranlage Timmendorfer Strand, die in einer Druckleitung zur Kläranlage Ratekau übergeleitet werden. Eine weitere Besonderheit ist die chemisch-thermische Überschussschlammdesintegration mit dem Pondus-Verfahren, die nach der zurzeit durchgeführten Sanierung der Heizungsanlage wieder in Betrieb genommen werden soll. Der ausgefaulte Klärschlamm wird mit Kammerfilterpresse entwässert und thermisch verwertet.

 

Zur „Studie zum Klimaschutzpotenzial der Kläranlage Ratekau“:

1.       Inhalt der Studie

a)       Detaillierte Bestandsaufnahme der einzelnen Reinigungsstufen der KA Rateke  

    • Baulicher Zustand
    • Alle eingesetzte Aggregate, einschl. Stromverbrauch
    • Verfahrenstechnische Funktion und Abläufe

b)      Auswertung der Betriebsdaten für die Jahre 2018-2020

    • Belastung der Kläranlage: Zulaufmenge und Zulauffrachten für die relevanten Parameter Kohlenstoff (CSB), Stickstoff und Phosphor
    • Reinigungsleistung der einzelnen Stufen
    • Ablauf der Kläranlage
    • Daten der Klärschlammbehandlung

c)        Analyse der Betriebsdaten und Vergleich mit Literaturwerten bzw. einer „Musterkläranlage“

    • Reinigungsleistung
    • Stromverbrauch, Erzeugung und Bezug
    • Ermittlung der CO2-Emmission

d)      Optimierungsmaßnahmen

    • unterteilt in sofortige Maßnahmen, Umstellung bei der Verfahrenstechnik
    • Kurzfristige Maßnahmen
    • Abhängige Maßnahmen, die im Rahmen einer Ersatzinvestition realisiert werden

e)      Keine Optimierung / Sanierung erforderlich, sehr guter Betriebszustand

    • Belebungsbecken, einschl. gesamte Maschinentechnik
    • Rechengebäude

2.       Weitere Vorgehensweise:

a)       Sofortige Maßnahmen – Umsetzung in Vorbereitung,  z. B.

    • Klärschlammabzug aus dem Vorklärbecken
    • Optimierung Bio-P (biologische Phosphor-Elimination)

b)      Kurzfristige Maßnahmen- werden im Investitionsplan 2022ff berücksichtigt, z.B.

    • Austausch von 17 Rührwerken in verschiedenen Reinigungsstufen
    • Bauliche Sanierung Sandfang- und Fettabscheider, Erneuerung der Belüftungstechnik
    • Klärschlammbehandlung – Optimierung der Faulgaserzeugung

 

3.       Weitere Maßnahmen, die bereits eingeplant waren und aktuell umgesetzt werden:

    • Erneuerung und Vergrößerung des BHKW (Blockheizkraftwerk) und somit Erhöhung der Eigenstromproduktion aus dem Faulgas
    • Herstellung einer PV-Anlage für eigenen Strombedarf auf der Kläranlage und auf dem Pumpwerken in einem Umkreis von 4,5 km

 

„Nationale Klimaschutzinitiative

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen, Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.“

 

Mehr Informationen finden Sie hier https://www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen

© Projektträger Jülich/Forschungszentrum Jülich

Zurück