Entwässerungsklärwerk Nord Faulturm

Potenzialstudie Kläranlage Malente

von

© Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und Nationale Klimaschutz Initiative

Beschreibung der Ausgangssitutation

Im Jahr 2020 war die Kläranlage Malente zwei Mal Gegenstand wissenschaftlicher Arbeiten. Im Rahmen dieser Arbeiten wurden vielversprechende Ansätze zur Verbesserung des energetischen Zustands der Kläranlage diskutiert und zum Teil umgesetzt. Um die Effekte dieser Maßnahmen zu untersuchen und das Klimaschutzpotenzial auf der Kläranlage Malente mit weiteren Maßnahmen stärker auszuschöpfen, soll eine Potenzialstudie durchgeführt werden.

Die Kläranlage Malente reinigt das Abwasser der Stadt Malente und einiger Gemeinden im Umland des Stadtgebiets. Die seit den 1960er-Jahren bestehende Anlage ist für 22.000 Einwohnerwerte (EW) ausgelegt und gehört zur Größenklasse 4. Gegenwärtig ist sie mit 17.000 EW nicht ausgelastet, aber eine Erhöhung um 6.300 EW durch den Anschluss weiterer Ortslagen ist bereits in der Umsetzung.

Die Reinigungsschritte umfassen eine mechanische Reinigung (bestehend aus Rechen, Sandfang, Vorklärbecken), einer mit simultanen Nitrifikation und Denitrifikation betriebenen biologischen Stufe (bestehend aus Belebungsbecken und Nachklärung) und einer chemischen Reinigungsstufe, bei der Phosphat ebenfalls simultan im Belebungsbecken gefällt wird. Der anfallende Primär- und Überschussschlamm wird eingedickt und einer Faulung zugeführt. Das entstehende Klärgas wird in einem BHKW verstromt. Der Faulschlamm wird entwässert und der Entsorgung zugeführt.

Neben dem Abwasser werden in der Kläranlage Malente auch externe Schlämme angenommen die aus Überschuss-, Primär- und Fäkalschlämmen kleinerer Kläranlagen des Regionalbereichs Malente bestehen. Die externen Schlämme werden in den Zulauf der Kläranlage aufgegeben und über die Schlammentnahme aus der Vorklärung und der Nachklärung ebenfalls der Faulung zugeführt. Die Potenzialstudie soll sich auf das Kläranlagengrundstück beziehen.

 

Vorhabenbeschreibung

Für die Kläranlage Malente soll eine Potenzialstudie angefertigt werden, die die Energieeffizienz der bestehenden Prozesse beleuchtet und ermittelt, in welchen Bereichen ein Energieeinsparungspotential vorliegt. Ziel ist es, den Energiebedarf zu senken und so den Beitrag der Kläranlage Malente zum Klimaschutz zu vergrößern. Die aus der Potenzialstudie abgeleiteten Maßnahmen sollen als Grundlage für Optimierungs- und Modernisierungsmaßnahmen der nächsten Jahre dienen und so das Klimaschutzpotenzial bestmöglich umsetzen.

Zunächst wird eine umfassende Bestandsaufnahme der Kläranlage durchgeführt werden, um ein Verständnis über die Verfahrens- und Betriebsweise zu erlangen. Die Erstellung einer Antriebsliste soll in einem nächsten Schritt den Vergleich mit Idealwerten aus dem DWA-Arbeitsblatt A 216 ermöglichen. Daraus können dann in einer Potentialanalyse mögliche Energieeinsparpotentiale ermittelt werden. Abschließend werden konkrete Optimierungsmaßnahmen diskutiert, um die vorhandenen Einsparpotenziale auszuschöpfen. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf Klärschlammbehandlung im Verbund liegen. Da die Kläranlage Malente aktuell bereits externe Schlämme kleinerer Kläranlagen annimmt, diese allerdings über den Zulauf der Kläranlage aufgegeben werden und die Abwasserreinigungsschritte durchlaufen, bevor sie der Faulung zugeführt werden, soll das energetische Einsparpotential einer Schlammannahmestation geprüft werden.

Die dargestellten Maßnahmen sollen dabei den Energiebedarf für Strom und Wärme zu mindestens 70% durch auf dem Grundstück vorhandene erneuerbare Energien-Anlagen decken und einen spezifischen jährlichen Strombedarf der gesamten Anlage von 23 kWh/Einwohnerwert nicht überschreiten

 

„Nationale Klimaschutzinitiative

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen, Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.“

 

Mehr Informationen finden Sie hier https://www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen

© Projektträger Jülich/Forschungszentrum Jülich

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